Bleibt alles anders… Teil 1: Blick zurück


Der letzte Rundbrief, ist nun schon einige Zeit her. Viel hat sich seit dem bewegt… auf nahezu allen Ebenen – persönlich wie global. 2020 das Jahr des Wandels. Ein Jahr voller Dynamiken. Es gab viele schöne, neue, bereichernde Begegnungen, Ideen, Visionen und gleichzeitig schmerzhafte Abschiede, Umbrüche, Veränderungen in den letzten Wochen und Monaten.  Alles scheint auf dem Prüfstand zu stehen. Vergangenes, Ungesehenes drängt nach oben, will gefühlt und integriert werden. Veränderung liegt in der Luft. Altes funktioniert nicht mehr, Neues ist noch nicht wirklich sichtbar –wohin wehen die Wandelwinde?

In den letzten Wochen wurde ich oft gefragt wie es mir geht, was ich mache, ob ich noch in Droyßig bin und, ob Hoffnung auf einen Neustart der Kurse besteht. Ich bin berührt von so viel Anteilnahme, dem Wunsch gemeinsam weiter auf dem yogischen Weg zu wandeln. Danke für eure liebevollen, interessierten, Mut machenden, Kraft gebenden Worte! Es tut soo gut zu spüren, dass die Verbindung trotz äußerlicher Trennung/ Distanz scheinbar nicht abgebrochen ist.

YOGA – Abschied & Dankbarkeit

Im März diesen Jahres ging alles so unglaublich schnell. Ich erfuhr erst 2 Tage vor der Schließung unserer Kurse von Corona und den Konsequenzen. Keine Zeit uns zu Verabschieden, kein sanfter Übergang, die Ungewissheit was wird. Als mir Mitte Mai dämmerte, dass Corona uns noch eine ganze Weile beschäftigen wird und ich nicht absehen kann wie lange ich meine Yogakurse und Angebote nicht bzw. nur eingeschränkt durchführen kann, sah ich mich gezwungen zu handeln und den Raum erst einmal zu kündigen. Wir haben lange überlegt wie wir den Raum trotz der herrschenden Umstände, Veränderungen, Ungewissheiten aufrecht erhalten können. Letztendlich haben wir ihn nach insgesamt 8 Jahren schweren Herzens und doch mit innerer Klarheit losgelassen.

Beim Ausräumen des Raumes, stieg tiefe Berührung in mir auf… Tränen der Trauer und Dankbarkeit.  Über 5 Jahre war dieser Ort mein 2. Zuhause. Ich bin zutiefst dankbar für all die Erfahrungen, für diesen Raum des gemeinsamen Lernens, Lehren, Forschens, Wachsens, Bewegens.

Ich bin von Herzen dankbar für euer Vertrauen, die Treue, euer Feedback, eure Wertschätzung, Anregungen… für all die schönen, beschwingten, anstrengenden, lustigen, heilsamen Kursstunden, Workshops, Seminare, Mantraabende. Ich danke euch für eure Mut machenden, Kraft gebenden Emails und Nachrichten, sie haben mir sehr gut getan. Danke, für euer Nachfragen, eure Anteilnahme, das deutliche Bekunden, dass ihr weitermachen wollt. Es hat mich sehr berührt zu hören und zu lesen, dass Yoga zu einem so wesentlichen Bestandteil eures Alltags/ Lebens geworden ist und wie euch die gemeinsamen Stunden fehlen. Tja, manchmal wird einem die Bedeutung erst so richtig deutlich, wenn es wegbricht.

Mein Dank gilt auch Ines und Doris, die voran gegangen waren, den Yogakeim einst in Droyßig säten. Was mit 1-2 Kursen begann wuchs innerhalb von 5 Jahren zu einer festen Yogagemeinschaft mit 10 Kursen  und über 100 aktiven Yogis & Yoginis heran. Wow…

Ich möchte auch unserer Vermieterin Frau Starke-Kreil danken. Nicht nur weil sie uns anfangs den Raum zur kostengünstigen Mitnutzung zur Verfügung stellte, sondern weil sie auf vielen Ebenen eine meiner größten Lehrerinnen in dieser Zeit war… und das bis zur letzten Minute der Schlüsselübergabe 😉

Die Krise als Chance nutzen

Der Yogaunterricht war ein wesentlicher Lebensinhalt für mich. Anfangs war dieser Verlust für mich gar nicht so spürbar. Ich hatte schnell neue Ideen, es fügten sich Menschen und Umstände. Schon lange träume ich davon meine Angebote, Naturarbeit, Yoga und meinen Lebensort auf einem Hof zu vereinen und in gleichgesinnter Gemeinschaft zu leben und zu wirken. Voller Euphorie versuchte ich mit Freunden einen 4 Seitenhof zw. Dresden und Leipzig zu kaufen. Wir hatten Großes vor. Ich träumte von einem 100m² Yogadachboden, sah die Verwirklichung meiner Vision zum greifen nah. Doch irgendwie war es nicht rund, die Zeit vielleicht noch nicht reif…? Privat & familiär brach einiges auf und um. Plötzlich drangen etliche alte, ungesehene, vergangene Themen nach oben, forderten ihre Aufmerksamkeit und Transformation. Im August, mit der endgültigen Aufgabe unseres Yogaraumes und der nun fehlenden neuen Perspektive fiel ich in einen leeren Raum. Nix ging mehr. Überforderung, Erschöpfung, Verwirrung, Krise. Das Leben zwang mich inne zu halten, erst einmal zu begreifen und zu fühlen was passiert war.  Erschreckend stellte ich fest wie wenig Zeit ich mir ließ all die Umbrüche, Veränderungen etc. wahrzunehmen, wahrhaftig zu fühlen, zu integrieren. Ich hatte mich übergangen, gedeckelt, …meine Seele kam mit dieser Geschwindigkeit nicht gut mit. Ja auch Yogalehrern passiert so etwas – sind eben auch nur Menschen 😉 

Ich habe mich in mein Refugium zurück gezogen. Anfangs saß ich tagelang nur da, habe meditiert, Yoga gemacht, musiziert, mich ins Vertrauen geatmet, der Natur und meinem Inneren gelauscht und mich in meiner wohl größten Lebensaufgabe geübt – Geduld 😉 Es war mittlerweile Herbst geworden, was ich sehr begrüßte. Die Zeit in der sich die Kräfte allmählich zurück ziehen, Zeit der Ernte, des (Sich) Sammelns, Reflektion, Einkehr, Dankbarkeit. Unterstützt von dieser jahreszeitlichen Qualität, gönnte ich mir Ruhe, nahm mir Zeit zum Nachspüren, Fragen stellen, Ordnen, Sortieren, …  Ich suchte mir Begleitung und ging den Dingen auf den Grund. Ich habe viel Altes und auch die jüngsten Ideen wieder losgelassen und mich erneut geöffnet für das Neue, für den Wandel, für das Leben, für das Unvorhersehbare, für das was kommen mag. Eine neue innere Klarheit keimt auf. Die äußeren Schritte dürfen nun in ihrem Tempo folgen. Es bleibt spannend…  

Bleibt wach und offenen Herzens!

Seid behütet…

Von Herzen eure Franziska

Thema des nächsten Blogs: Bleibt alles anders – Teil II: Neuausrichtung